Biertrinken gegen Nazis

Chronik der Woche

BrewDog veräppelt das Deutsche Reichsbräu. Die Bionade feiert ein fulminantes Comeback. Milchbauern profitieren vom Deal zwischen Lidl und Bioland. Und nicht vergessen: Heute ist Valentinstag.

Mit einer aufsehenerregenden Werbeaktion hat die schottische Brauerei BrewDog darauf reagiert, dass ein Getränkemarkt in Sachsen-Anhalt kürzlich ein sogenanntes Nazi-Bier anbot – wir berichteten darüber. Die Brauer fuhren im thüringischen Kloster Veßra vor, wo der Reichsbräu-Vertreiber und ehemalige NPD-Politiker Tommy Frenck den Gasthof Goldener Löwe betreibt. Das Werbemotiv von BrewDog nahm eindeutig Bezug auf das braune Bier: „Wenn Du nur eine Hautfarbe magst, kannst Du mit mehr als 30 Sorten eh nichts anfangen.“  

Bionade hat ein Monopol im Kopf der Verbraucher

Comeback der Bio-Limo. Nachdem Radeberger die Limonadenmarke Bionade vor zwei Jahren an Hassia verkauft hat, feiert die Bionade ein doch etwas überraschendes Comeback. 2018 und 2019 ging der Umsatz um sieben bzw. um zehn Prozent nach oben, bei Mehrweg-Glasflaschen sogar um 25 Prozent. Klaus-Dieter Koch von der Markenberatung Brandtrust erklärt das in der Welt damit, dass die Bio-Limo „als Pionier dieser Branche in Sachen bio, vegan und zuckerreduziert noch immer ein Monopol im Kopf der Verbraucher“ habe und nun kein „Anhängsel“ mehr von Radeberger und seinen Biermarken sei. Der Hauptgrund für das Wiedererstarken der bereits für tot erklärten Marke ist aber wohl ein anderer: Seit dem vergangenen Jahr gibt es zusätzlich zu den bislang üblichen exotischen Geschmacksrichtungen Litschi, Kräuter, Streuobst oder Schwarze Johannisbeere-Rosmarin auch die Sorten „Naturtrüb Zitrone“ und „Naturtrüb Orange“, die drei Viertel des Absatzes aller Limonaden ausmachen.

Das Warten auf die Umstellung dauert an

Erfolgreiches Experiment. Die Kooperation des Discounters Lidl mit Bioland zeitigt, so die Tagesschau, erste Erfolge. Lidl verzeichnet ein Umsatzplus von 44 Prozent mit dem Bioland-Sortiment und Bioland-Bauern erhalten 14 Cent mehr pro Liter Milch. Laut Jan Plagge von Bioland würden 20 Prozent der konventionellen Betriebe lieber „morgen als übermorgen auf Biolandbau umstellen“. So mancher Bio-Bauer erhalte nur den Preis für konventionelle Milch von Molkereien, weil die Nachfrage nicht so schnell steige wie das Angebot und Verbraucher immer noch zögerlich zu Bio-Milchprodukten griffen.

Nicht vergessen: Heute ist Valentinstag! Höchste Zeit, mal wieder ins Rabbithole zu gehen, die Lieblings-Cocktailbar der Magazinredaktion auf St. Pauli.

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