Niederländisches Urteil lässt deutsche Hotels hoffen

Chronik der Woche

Ein Amsterdamer Hotel muss weniger Miete zahlen. Die Broilers haben jetzt auch einen eigenen Gin. Das Start-up Infarm wächst und wächst und wächst. Und Ritter Sport bleibt quadratisch, praktisch und gut. Die Woche im Überblick.

Ein niederländisches Gerichtsurteil lässt auch in Deutschland aufhorchen. In einem einstweiligen Verfügungsverfahren wurde entschieden, dass die Coronakrise ein „unvorhergesehener Umstand“ sei und das Amsterdamer W Hotel vorerst nicht die volle Monatsmiete an den Vermieter, die deutsche Investmentgesellschaft Deka, zahlen muss. Dem Gericht zufolge müsse der sich aus der Coronakrise ergebende finanzielle Nachteil unter den Parteien aufgeteilt werden. Aus dem Urteil ergibt sich eine Mietreduzierung in Höhe von fast 2 Millionen Euro. 

Marco Nussbaum (So geht Hotel heute) ist denn auch gespannt, wie sich die Klageverfahren in Deutschland entwickeln: „Es wäre unserer Branche zu wünschen, dass sich dahingehend noch etwas ändert, ansonsten brauchen die Betriebe zig Jahre, um die am Ende aufgelaufenen Schulden zu tilgen. Einige werden dann vielleicht sogar vor dem Aus stehen, denn die politisch abgefeuerten ,Bazookas‘ helfen der Branche nicht, ,mit Wumms‘ aus dieser existenziellen Krise zu kommen.“

 

Bevor sie auf die Bühne gehen, stoßen die Broilers schon seit Jahren mit einem Glas Gin auf einen gelungenen Abend an. Die Idee, einen eigenen Gin zu produzieren, war somit zwar nicht gerade neu, lag aber auf der Hand. Zumal die Düsseldorfer Punk-Band bei der Plattenfirma der Toten Hosen unter Vertrag steht, die in Zusammenarbeit mit der Brauerei Uerige, die den Broilers-Gin destilliert, bereits ein Pils auf den Markt gebracht hat.   

Das Berliner Start-up Infarm ist nun nicht nur in Edeka-Märkten, sondern auch in 300 Aldi- und 200 Kaufland-Filialen vertreten. Andreas Heymann von Aramark dürfte das freuen, hatte er sich doch besonders für Infarm eingesetzt und das  Indoor-Gewächshaus erstmals 2019 auf der Gastro Vision vorgestellt.

Der Streit vor Gericht zwischen dem David Ritter Sport und dem Goliath Milka, ob eine quadratische Form eine schützenswerte Marke, ist,  wurde vom Bundesgerichtshof (BGH) entschieden. Ausgerechnet die Marke Milka, die zum Lebensmittelkonzern Mondeléz gehört und deren lila Farbe (!) als Marke geschützt ist, hatte vor Gericht argumentiert, die quadratische Form sei markenrechtlich nicht schutzwürdig, weil sie der Ware „einen wesentlichen Wert“ verleihe. Der BGH sah jedoch „keine Anhaltspunkte“ dafür, dass Ritter-Sport-Schokolade nur deshalb gekauft würde, weil den Konsumenten die quadratische Form gefiele. Somit darf auch künftig nur Ritter Sport Schokolade in quadratischer Form produzieren. 

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