Tätowiert wie Fußball-Profis

Tattoos und lange Ärmel

In Hotels und Restaurants sind Tattos und Piercings nicht immer gern gesehen.

Es gibt wohl kaum noch einen Fußballspieler, dessen Arme oder Beine nicht tätowiert sind, wie die am Sonntag zu Ende gegangene Europameisterschaft gezeigt hat. Wer als Koch im Düsseldorfer Designhotel Innside by Melia arbeiten will, sollte aber lieber die Ärmel runterkrempeln, damit seine Tattoos nicht zu sehen sind. Denn die werden höchstens bei DJs toleriert, die gelegentlich in der Hotelbar oder der Skylounge auflegen. Und sichtbare Piercings sind dort ebenfalls nicht erlaubt.

Die General Managerin Madeleine Marx (The Westin) hat damit, dass immer mehr Mitarbeiter in der Gastronomie tätowiert oder gepierct sind, hingegen kein Problem. Als sie noch Direktorin des Hotels Scandic Hamburg Emporio war, hatte sich ein Koch sogar bis zum Hals tätowiert, doch weil er „ein guter Mann“ gewesen sei, habe sie den Gästen auch seinen Anblick zugemutet, wenn er in der hauseigenen Showküche die Pfannen schwenkte. Schließlich komme es auf die Persönlichkeit des Kochs an – und darauf, dass er gepflegt ist. Allein wenn das ganze Gesicht eines Mitarbeiters voller Piercings wäre, fände sie das „nicht so toll“.

Für die Gastro Vision, Deutschlands Businessforum für Hotellerie, Gastronomie und Catering, sind tätowierte oder gepiercte Köche ebenfalls kein Problem. Schon seit Jahren treten dort auf der Stage of Taste Köche wie Ralf Jakumeit, Dirk Müller oder Heiko Schulz von der Kochbox auf, deren Tattoos so wild aussehen wie sie kochen — und die sogar schon Steaks tätowiert haben, um ihnen einen besonderen Look zu verleihen. Mehr Wert auf die „optische Auslese“ legt man da schon in der Provinz, wie die „Allgemeine Hotel- und Gaststättenzeitung“ herausgefunden hat. Über Nasen- oder Ohrenpiercings sieht man im Gutshof Ziegelhütte im pfälzischen Edenkoben gnädig hinweg. Wenn jemand sich zum tätowierten Kunstobjekt gestaltet, gibt es aber  ein „längeres Gespräch“, schließlich müssten auch Banker oder Polizisten auf größere Tattoos oder Piercings verzichten. „Grundsätzlich“, so der Gutshof-Direktor Thomas Langhauser, seien die zwar Privatsache und unterlägen dem Persönlichkeitsrecht, seine Gäste dürften jedoch „ein ordentliches Erscheinungsbild“ erwarten, weshalb er Mitarbeitern schon mal lange Hemdsärmel vorschlägt.

Auszüge aus „Gastromania“ von Hollow Skai (217 Seiten, Euro 9,99), erhältlich in allen Online-Buchshops und Buchhandlungen oder bei www.bod.de

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