Kein Alkohol ist doch (k)eine Lösung

Drinks & Drinks & Rock'n'Roll

Abstinenzler sterben früher als Alkoholiker. Ärzte raten Trinkern zum Alkohol-Fasten. Arbeitsunfälle in volltrunkenem Zustand werden von der Versicherung gedeckt. Und 79 Prozent aller Amerikaner haben schon mal betrunken im Internet geshoppt. Prost!

Kein Alkohol ist auch keine Lösung. Laut einer Studie des dänischen Evaluations Instituts (EVA), für die 14.000 Studenten befragt wurden, brechen deutlich weniger ihr Studium ab, wenn sie regelmäßig Alkohol trinken. Entscheidend dafür sei allerdings nicht die Wirkung von Bier, Wein oder Schnaps, sondern das Trinken in geselliger Runde, weil dadurch der Kontakt zu den Kommilitonen nicht abbreche. Wer hingegen betrunken in die Vorlesungen torkele, könne keine Leistungen abrufen und laufe Gefahr, exmatrikuliert zu werden.
Auch eine Studie der University of Texas, für die 1.824 Teilnehmer
befragt wurden, bestätigte, was die Toten Hosen schon seit Jahren behaupteten: „Kein Alkohol ist auch keine Lösung.“. In dem untersuchten Zeitraum von 20 Jahren waren 41 Prozent der Gelegenheitstrinker und 60 Prozent der Alkoholiker vorzeitig gestorben. Von den überzeugten Abstinenzlern verschieden hingegen 69 Prozent vor dem Ende ihrer durchschnittlichen Lebenserwartung. Um zu keinem falschen Ergebnis zu kommen, hatten die Wissenschaftler andere lebensverkürzende Faktoren wie Sport, das Streben nach beruflichem Erfolg und die allgemeine (Un-) Zufriedenheit rausgerechnet.
Die texanischen Wissenschaftler erklärten sich das unerwartete
Ergebnis damit, dass jemand, der gern in Gesellschaft trinke, ein erfüllenderes Sozialleben habe, und verwiesen auf andere Studien, denen zufolge Abstinenzler .fter unter Depressionen litten als Gelegenheitstrinker, weil sie einsam seien und isoliert lebten. 

Kein Alkohol ist doch eine Lösung.  Wer einen Monat lang keinen Alkohol konsumiert, so Helmut Seitz, Professor für Innere Medizin, Gastroenterologie und Alkoholforschung an der Universiät Heidelberg, im Spiegel, wird im Selbstversuch herausfinden,
dass er sich fitter fühlt und besser schlafen kann. Denn die Leber werde durch den freiwilligen Entzug entfettet, die Magenschleimhaut entspanne sich und die Cholesterinwerte würden sinken. Und wer einen Monat lang Bier, Wein oder Schnaps verschmähe, trinke nicht nur auch in den folgenden Monaten weniger, sondern habe auch kein Alkoholproblem.

Arbeitsunfälle in volltrunkenem Zustand. Wer sich auf einer Grillparty seines Arbeitgebers in volltrunkenem Zustand verletzt, kann dies als Arbeitsunfall deklarieren. Das entschied das Dortmunder Sozialgericht, nachdem die Berufsgenossenschaft die Verletzung einer Arbeitnehmerin nicht anerkannt hatte, weil die
Dame zwei Promille intus hatte. Der Grillabend, so das Gericht, sei
aber eine Betriebsgemeinschaftsveranstaltung gewesen – und damit
eine versicherte Tätigkeit. Außerdem habe man „am Rande der Veranstaltung“ auch über Firmenthemen gesprochen und das Unternehmen habe ausdrücklich die betriebliche Verbundenheit und den Kontakt der Kollegen untereinander fördern wollen. Auch dass die Klägerin volltrunken war, sei kein Grund, den Sturz nicht als Arbeitsunfall anzuerkennen, weil sie die versicherte Tätigkeit noch ausüben konnte. An dem Beisammensein in geselliger Runde habe sie auch mit knapp zwei Promille noch teilnehmen können. 

Betrunken shoppen. 79 Prozent aller US-Amerikaner haben mindestens schon einmal betrunken im Internet geshoppt. Das ergab eine Umfrage des E-Mail-Newsletters The Hustle unter Millennials. Am liebsten kauften sie in betrunkenem Zustand Kleidung und Schuhe, Filme und Spiele. Im Schnitt gaben sie, so Die Welt, 444 Dollar pro Jahr für Online-Shopping aus. Die Getränke nicht mitgerechnet.

Auszüge aus „Gastromania“ von Hollow Skai (217 Seiten, Euro 9,99), erhältlich in allen Online-Buchshops und Buchhandlungen oder bei www.bod.de

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