Ich bin nicht unhöflich, sondern Franzose!

Gastromania

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Explodierende Frühstückseier
Nachdem einem Gast in einem Restaurant ein Ei im Mund explodiert war und er nicht nur Verbrennungen im Mundraum erlitt, sondern auch über Hörschäden klagte, fanden Akustikexperten die Ursache für den ungewöhnlichen Unfall heraus: Von hundert hartgekochten, geschälten Eiern, die sie im Wasserbad drei Minuten lang in der Mikrowelle erhitzten, explodierten 30 Prozent, wenn sie mit einem scharfen Gegenstand in sie hineinpiksten. Dabei wurden noch in 30 Zentimenter Entfernung Schallwellen von bis zu 133 Dezibel gemessen. Die Schmerzschwelle des Menschen, so „Spiegel Online“, liegt zwischen 120 und 140 Dezibel.

„Ich bin nicht unhöflich, sondern Franzose“
Weil ihm eine Pizza nicht schmeckte, griff der Rapper Tone-Loc 1995 den Kellner einer Pizzeria an und wollte sich sein Geld selbst rückerstatten. Zur Strafe für die körperliche Attacke und den Griff in die Kasse erhielt er eine dreijährige Bewährungsstrafe und musste 100 Stunden in einer gemeinnützigen Einrichtung arbeiten.
Von einem kanadischen Restaurant entlassen wurde hingegen der
Kellner Guillaume Rey, nachdem er sich seinen Kollegen gegenüber
„aggressiv, unhöflich und respektlos“ verhalten hatte. Rey zog daraufhin vor das Tribunal für Menschenrechte der Provinz British Columbia, weil die Kündigung eine Diskriminierung seiner Kultur sei. Er sei eben nur wegen seiner „direkten, ehrlichen und professionellen Persönlichkeit“ gefeuert worden, argumentierte der Kellner, die er in der französischen Hotelbranche gelernt habe: „Ich bin nicht unhöflich, sondern Franzose.“

Food Pairing
Als Heiko Antoniewicz, ein Vorreiter der molekularen Küche, der 2018
von seinen Kollegen zum „Nationalheld 2018“ gekürt wurde, noch ein kleiner Junge war, schmierte er sich mit Vorliebe Senf aufs Nutella-Brot. In Asien lernte er später eine Sojasoße kennen, die Lachsgerichten den Geschmack von Lakritz gibt. Und mittlerweile ist Food Pairing, wie die Kombination scheinbar gegensätzlicher Lebensmittel genannt wird, bei Sterne-Köchen ebenso angesagt wie bei Gourmets und Gourmands.
Dass Tintenfisch mit Radieschen und Rettich harmoniert, hat auch Daniel Achilles, der mit Michelin-Sternen und Gault & Millau-Punkten ausgezeichnete Chefkoch des Berliner Restaurants Reinstoff,
längst erkannt. Alles ist möglich: Kiwis zu Austern und Tomaten zum
Whisky ebenso wie Blumenkohl mit Schokolade – Hauptsache, es
schmeckt. Warum das Food-Pairing so gut funktioniert und beim Gast ankommt, hängt damit zusammen, dass nur zwanzig Prozent unseres Geschmackserlebnisses von unseren Geschmacksknospen abhängen, achtzig Prozent aber vom Geruch und vom Aroma, wie der belgische Agrar-Ingenieur Bernard Lahousse weiß. Denn unsere Zunge kann nur fünf Geschmacksrichtungen unterscheiden, unsere Nase aber mehr als 10.000 Aromen.

Und dann war da noch …
… der eifrige Mitarbeiter, der in der Teeküche seiner Firma ein Schild
aufhängte, um seine Kollegen zu ermahnen: „Das Geschirr räumt sich nicht von alleine in die Spülmaschine!“ Und am nächsten Tag die Antwort erhielt: „Dann sollte es dringend an seiner Einstellung arbeiten.“

Auszüge aus „Gastromania“ von Hollow Skai (217 Seiten, Euro 9,99), erhältlich in allen Online-Buchshops und Buchhandlungen oder bei www.bod.de

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