Catering & Karaoke

Extrawürste

„Kräftig übertrieben“ fand die Berliner Morgenpost Britney Spears‘
Catering-Wünsche, die anlässlich ihres Konzerts im Dezember 2000 in Berlin kolportiert wurden: Kaffee, Obst, Gemüse, zwölf Flaschen Wasser, Obstsäfte und heiße Suppe. Als was hätte sie da erst die Wünsche von Frank Sinatra oder Rock-Bands wie Aerosmith, Metallica oder R.E.M. empfunden, über die der musikexpress im Juni 1999 berichtete?
So verzeichnete die Catering-Liste von Aerosmith 64 verschiedene
Artikel, darunter 2 Dosen Delphin-freundlicher Thunfisch in Quellwasser und große Päckchen Kaugummi der Sorten Wrigley’s Extra, Wintergreen, spearmint und Double Bubble – nur alkoholische Getränke waren nicht erlaubt, weil die Musiker zum Teil auf Entzug waren.
Metallica verlangten gar mehr als 80 Artikel und warme Gerichte
mit vegetarischen Nudeln, Fleisch, Kartoffeln, Gemüse sowie eine
selbstgemachte vegetarische Suppe. Und R.E.M. teilten das Catering gleich in zwei Räume auf. In Raum 1 sollten vier Liter Bergquellwasser (kein Evian!), je eine Flasche erstklassiger Rot- und Weißwein, ein Zweig Zaubernuss, eine Obstschale mit frischen Früchten und Bio-Bananen, Tabbouleh- und Pita-Brot sowie Tee und Kaffee zur Verfügung stehen. Und in Raum 2 sollten neben diversen Wässerchen (kein Evian!), Säften, Weinen, Bieren von Privatbrauereien, Dips und gerösteten Sonnenblumenkernen usw. auch eine lokale Tageszeitung und USA Today ausliegen.
Auf Frank Sinatras zeitlich schon etwas zurückliegender Liste
standen neben einem Farbfernseher mit Kabelanschluss, einem Klavier, diversen Sandwich-Wünschen und zwölf Schachteln Luden’s Hustentropfen (mit Kirsch und Honig) auch je eine Flasche Wodka (Absolut oder Stoli), Jack Daniel’s, Chivas Regal, Courvoisier, Beefeater Gin sowie Weiß- und Rotwein.
Dagegen nahm sich Celine Dions Catering-Anweisung geradezu
bescheiden aus: Keine Klimaanlage, Sandwiches mit Eiersalat oder
Hühnchen, einige Scheiben Wassermelone, sechs Dosen Coke Light und zehn Quellwasser (Zimmertemperatur), ein Päckchen Cloret-Kaugummi, frische Blumen und seltsamerweise auch eine Flasche Essig. 

Lauschangriff auf Karaoke-Bar
Im englischen Swindon, der Heimatstadt der New-Wave-Band XTC, musste 1997 ein Pub schließen, der täglich Karaoke-Abende veranstaltete. Da sich die Sänger fast immer an Barry Manilows 27 Jahre altem Hit „I Write The Songs“ vergriffen, waren die Anwohner schon bald derart genervt, dass sie sich an die örtliche Gesundheitsbehörde wandten. Die empfand die Lärmbelästigung nach einem dreitägigen Lauschangriff ebenfalls nicht akzeptabel, woraufhin ein Gericht der Pub-Wirtin die Lizenz entzog. Gesundheitsinspektor Stephen Harcourt taten allerdings nicht nur die Nachbarn der Karaoke-Bar Leid, sondern auch Barry Manilow: „Das Lied ist ziemlich schwierig zu singen, aber die Sänger haben ihm regelrecht Gewalt angetan.“
Ein Opfer körperlicher Gewalt wurde hingegen ein Gast der in
Seattle beheimateten Karaoke-Bar Changes. Kaum hatte er den Song „Yellow“ von Coldplay angestimmt, da stürmte auch schon eine 21-jährige Frau die Bühne und ging auf ihn los. Gleich vier Angestellte waren nötig, um sie davon abzuhalten, weiter auf ihn einzuschlagen, wobei unklar blieb, ob sich ihr aggressiver Protest gegen die Interpretation des Songs oder den Song selbst richtete.

Auszüge aus „Gastromania“ von Hollow Skai (217 Seiten, Euro 9,99), erhältlich in allen Online-Buchshops und Buchhandlungen oder bei www.bod.de

 

 

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