The Kiez is calling

Rettet das moondoo!

Durch die Corona-bedingte Schließung hat sich auch die Situation des Reeperbahn-Clubs moondoo, in dem immer die „Kiez is calling“-Partys der Gastro Vision stattfanden, dramatisch verschlechtert. Um das moondoo zu retten, rufen seine Inhaber nun zum Crowdfunding auf.

Die Reeperbahn 136 ist wahrhaftig eine geschichtsträchtige Adresse. In den 1950er Jahren befand sich hier das Hippodrom, in dem nackte Schönheiten im Stil von Lady Godiva auf Pferden durch die Manage ritten. In den frühen Sechzigern nannte sich der Club Top Ten und die Beatles und die Kinks traten dort ebenso auf wie die Les Humphries Singers. Und als die geile Meile in den Neunziger Jahren ihr Comeback feierte, befand sich darin das La Cage, in dem eine neue Generation House-Partys feierte.
Dann drehte sich das Betreiberkarussell, bis irgendwann die Lichter ausgingen und der Club leerstand. Um schließlich 2008, inspiriert von New Yorker Clubs wie der Danceteria oder der Paradise Garage, unter dem Namen moondoo wiedereröffnet zu werden. Die riesigen Räume auf zwei Etagen wurden völlig umgestaltet, sodass seitdem Vintage auf Utopia trifft, Babylon auf Brooklyn, syrisches Blattgold auf rohen Backstein.

Kult-DJs wie der HipHop-Pionier Afrika Bambaataa, Gilles Peterson vom Acid-Jazz-Label Talkin‘ Loud und der Techno-Großmeister Westbam legten hier ebenso auf wie die Hamburger Deep-House-Legende Boris Dlugosch oder der Remixer Mousse T, der noch mit Michael Jackson gearbeitet hat und für Tom Jones den Hit „Sex Bomb“ schrieb. Und seit 2012 findet im moondoo alljährlich die größte Party der Gastronomie- und Hotelbranche statt — Kiez is calling.

Durch die Corona-bedingte Schließung hat sich auch die Situation des moondoo dramatisch verschlechtert. Monatlich fallen Fixkosten von 30.000 Euro für die Miete, Versicherungen und Gehälter an, die nicht durch das Kurzarbeitergeld gedeckt werden. Um eine Insolvenz zu verhindern und eines Tages wieder öffnen zu können, ruft das moondoo deshalb zum Crowdfunding auf. Das Geld ist ausschließlich dafür bestimmt, während des Shutdowns entstandene Kosten zu tragen. Das Geld darf und wird nicht für entgangene Gewinne eingesetzt werden. 10 Prozent der Gelder sollen an die SOS-Aktion des Clubkombinats weitergeleitet werden, das die Hamburger Musikclubs unterstützt.

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