Wie das Coronavirus unser Leben verändert

Leben in Zeiten der Krise

Opas Kantine und das gute alte Frühstücksbuffet sind tot. Doch es gibt Alternativen, die unser Leben nachhaltig verändern werden.

Statt in der Schlange zu stehen und darauf zu warten, bis man an der Reihe ist, um sich eine Currywurst mit Pommes frites zu bestellen, werden wir uns künftig unser Mittagessen vom Schreibtisch aus online bestellen und zu einer bestimmten Zeit an der Essenausgabe abholen wie bei einer Paketstation der Post. Oder wir lassen es uns in den eigens eingerichteten Essraum unserer Abteilung servieren, wo wir es gemeinsam mit jenen Kollegen verzehren, mit denen wir ohnehin tagsüber Kontakt haben, um das Risiko von Corona-Infektionen einzudämmen. Das prophezeit der Agrarwissenschaftler und grüne Strategieberater der Supermarktkette Rewe, Jörg Reuter, im Interview mit der taz.

Nicht nur Opas Kantine, auch das gute alte Frühstücksbuffet ist tot. Croissants, Marmelade oder Aufschnitt werden von Hotels künftig nur noch abgepackt angeboten oder à la Carte aufs Zimmer gebracht. So lange es keinen Impfstoff gibt, werden wir wohl weniger in Gesellschaft, sondern allein frühstücken müssen. Auch wenn das für ein Hotel einen größeren Aufwand bedeutet und sich die Zimmerpreise deshalb erhöhen werden.

Schon jetzt erheben Gastwirte und Restaurants Hygienepauschalen, um ihre durch das Coronavirus entstandenen Mehrkosten decken zu können. So berechnet der Düsseldorfer Rolf Breitmar je Person oder Paar 4,50 Euro, weil er nur noch 22 der 50 Plätze in seinem Café de Bretagne besetzen darf, aber eine weitere Servicekraft beschäftigen muss, die die Kontaktdaten der Gäste aufnimmt und die Tische und Speisekarten desinfiziert. „Wir wollen nicht heimlich die Preise erhöhen“, verkündete er in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, „sondern offen und ehrlich kommunizieren.“

Umso wichtiger wird es, dass in gewissen Szenevierteln die Straßen für den Autoverkehr gesperrt werden, damit Gastronomen dort in vorgeschriebenem Abstand Tische aufstellen können, weil sich Aerosol an der frischen Luft bekanntlich weniger verbreitet als in geschlossenen Räumen. Vielleicht verzichtet ja auch so mancher Obst-, Fleisch- oder Käsestand eines Wochenmarktes künftig auf die ohnehin höchst überflüssigen Sandwichtafeln, die längst den Marktschreier ersetzt haben und das Abstandhalten nahezu unmöglich machen. Dann gliche der Einkauf wenigstens nicht mehr einem Hürdenlauf und es käme auch nicht zum Stau, wenn ein Kunde unbedingt sein Fahrrad durch die engen Gassen eines Marktes schieben muss.

 

Titelfoto: Giovanni Cancemi/Depesitphotos

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