Helft euch selbst, sonst hilft euch keiner

Illustrierte Wochenschau

Der Kochklub Gastronom greift Azubis unter die Arme. Hilfspakete sind Verbalerotik. Wie isst man würdevoll im Gehen? Schwarzwälder Justiz-Saga.

Leave no one behind. Die Corona-Krise hat nicht nur dazu geführt, dass die Restaurants geschlossen sind. Auch so mancher Azubi muss seine Lehre notgedrungen aussetzen oder gar beenden. Die Kantine der Hamburger Helm AG gehört jedoch zu den wenigen Küchen, in denen trotz des Lockdowns gearbeitet werden darf. Und so war es für den Küchenchef Peter Weise, der seit zehn Jahren dem Kochklub Gastronom angehört, keine Frage, als er gebeten wurde, die Koch-Azubis der Restaurants Waterkant und Port auszubilden. Schließlich könne man sie ja nicht einfach nach Hause schicken und sich dann später beschweren, dass sie nichts gelernt hätten. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Sascha Quast bereitet er aktuell Azubis vom Empire Riverside Hotel, vom Hotel Hafen Hamburg und vom Anglo German Club auf ihre Abschlussprüfungen vor, in denen sie ein Menü mit Gästen kochen müssen.
Der gebürtige Augsburger ist schon seit 20 Jahren im Norden heimisch, erst auf Sylt, dann in Lüneburg und seit neun Jahren in Hamburg.   

Verbalerotik. Zum Start der sechsten Staffel seiner Koch-Fernsehsendung Kitchen Impossible auf VOX gab Tim Mälzer der „Welt“ ein Interview, in dem er die von der Bundesregierung versprochenen Hilfspakete als „Verbalerotik“ kritisierte. Dass er Lucki Maurer, seinen Herausforderer in der ersten Folge, und sein Team als das „charakterlich Mieseste und Unterirdischste“ bezeichnete, entschuldigte Mälzer damit, dass ein solcher „Shit-Talk“, seine Art sei, „Zärtlichkeiten auszutauschen“. Eine große Herausforderung waren für ihn aber auch die Kreationen von Heiko Antoniewicz, einem „der absoluten Götter, was hochkonzentrierten Geschmack angeht“.  

Würdevoll essen. Im Gehen oder im Stehen zu essen, galt bislang als unfein, ungesund und weniger schmackhaft. Aber was bleibt einem auch anderes übrig, fragt sich Berit Dießelkämper in der Süddeutschen Zeitung, wenn man den ganzen Tag im Home Office verbracht hat und auch mal raus möchte? Sich am Dönerstand oder vor einer Pommesbude zu versammeln, ist schließlich eine der wenigen uns im Lockdown verbliebenen Möglichkeiten, auch mal andere Gesichter zu sehen und die leider notwendige soziale Distanz zu umgehen.

Es nervt zwar mitunter, wenn Menschen mitten auf dem Gehweg stehen und essen, den Eingang zur U-Bahn oder zu Geschäften versperren, aber es geht halt gerade nicht anders. Bleibt nur die Frage: „Wie isst man würdevoll im Gehen?“

Justiz-Saga. Schwarzwälder Schinken darf auch so heißen, wenn er außerhalb des Schwarzwalds aufgeschnitten und verpackt wird. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden. Damit ist die 16-jährige Justiz-Saga aber vielleicht noch nicht vorbei: Der Schutzverband der Schwarzwälder Schinkenhersteller behält sich einen Gang zum Bundesverfassungsgericht vor, wie Der Spiegel mitteilt. 

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