HipHop-Käse & Ecstacheese

Alles Käse oder was?

Die Beschallung mit Musik verändert den Geschmack von Käse. Hausfrauen präparieren Weichkäse mit Ecstasy. Und Butter zählt zu den klimaschädlichsten Lebensmitteln.

HipHop-Käse
Um herauszufinden, ob Musik den Geschmack von Käse veändert,
ließ der Schweizer Beat Wampfler acht Laibe Emmentaler während
ihrer Reifung mit dem Song „Stairway to Heaven“ von Led Zeppelin,
Mozarts Zauberflöte, minimalistischen Techno-Beats und HipHop
von A Tribe Called Quest beschallen. Anschließend verkosteten eine
Forschungsgruppe der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften und ein Gremium aus Vertretern der Kunst- und Gastroszene, darunter ein Fernsehkoch, unabhängig voneinander die Käse und stellten beim mit HipHop beschallten Emmentaler übereinstimmend eine höhere Süßigkeit und eine andere Konsistenz fest. Damit war laut Wampfler der Beweis erbracht, dass Bakterien, die auf diesen Käsen leben, durch Musik beeinflusst werden: „Sie lieben eine behagliche Temperatur, aber sie haben wahrscheinlich auch andere Sachen gern, eben gute schöne Musik.“
Michael Harenberg, Professor für Musik und Medienkunst an der
Berner Hochschule der Künste, pflichtete ihm bei: Die Schallwellen
seien gustatorisch spürbar und lebensmitteltechnisch sichtbar. Und
auch der Chefkoch Benjamin Luzuy attestierte dem HipHop-Käse
einen weicheren, blumigeren Geschmack. Die Zürcher Hochschule
für Angewandte Wissenschaften wollte daraufhin untersuchen, ob
neben dem Aroma auch biochemische Unterschiede nachweisbar sind.

Ecstacheese
Vorstadt-Idyllen sind manchmal trügerisch. Um ihre Gäste bei Laune
zu halten, präparierten englische Hausfrauen 2017 den französischen
Weichkäse Brie mit MDMA, besser bekannt als Ecstasy. In der Folge
nahmen sie nicht nur Farben intensiver wahr, sondern tauschten sich auch über ihre Sex-Fantasien aus. Ein Jahr später war daraus bereits ein Trend geworden, der „Ecstacheese“ oder „brieing“ genannt wird.

Klimaschädliche Lebensmittel
Je höher der Fettanteil eines Milchprodukts, umso mehr Milch wird für die Herstellung benötigt. Zu den klimaschädlichsten Lebensmitteln zählt deshalb auch Butter.
Für ein Kilogramm Butter werden 18 Liter Milch benötigt, was dazu
führt, dass viele Kühe gehalten werden müssen. Schon bei der Herstellung des benötigten Tierfutters werden Treibhausgase freigesetzt. Zudem stoßen Kühe bei der Verdauung Methangas aus, das noch klimaschädlicher ist als CO2.
Zum Vergleich: Rindfleisch hat eine viermal so hohe CO2-Bilanz wie Geflügel- oder Schweinefleisch. Der Wert ist nur niedriger als der von Butter, weil Schlachtrinder deutlich kürzer leben als Milchkühe.

Auszüge aus „Gastromania“ von Hollow Skai (217 Seiten, Euro 9,99), erhältlich in allen Online-Buchshops und Buchhandlungen oder bei www.bod.de

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