Gorillas im Kampfmodus

Wer gegen wen?

Edeka, Milka, Greenpeace, WWF, Amazon und Gorillas befinden sich im Kampfmodus. Unsere Woche im Überblick.

Weil Edeka keine Preiserhöhung von 6 Prozent akzeptieren will, wird die Genossenschaft nicht mehr mit Säften von Eckes-Granini beliefert. Demnächst klaffen möglicherweise weitere Lücken in den Edeka-Regalen. Vitakraft fordert eine Preiserhöhung von 5,1 Prozent. Langnese-Honig will die Preise um 8,2 Prozent erhöhen. Dr. Oetker möchte einen Aufschlag von 8,9 Prozent, Henkel von 12,5 Prozent. Die Nestlé-Töchter Maggi, Wagner und Purina fordern angeblich Erhöhungen im zweistelligen Prozentbereich. Und Buitoni verlangt sogar über 25 Prozent mehr für seine Pasta-Produkte. Gegenüber dem Business Insider bestätigte der größte deutsche Lebensmittelhändler die gewünschten Preissteigerungen: „Die marktbeherrschenden Hersteller konfrontieren uns verstärkt mit Forderungen nach Preiserhöhungen, und als Druckmittel kommen teilweise auch Lieferstopps zum Einsatz.“ Viele Forderungen ließen sich angesichts der tatsächlichen Entwicklung der Rohstoffpreise jedoch nicht nachvollziehen, das ergab dem Vernehmen nach eine Abgleichung mit den Rohstoffindices.

Dem britischen Schokoladenhersteller Primal Pantry, seine süßen Produkte in lilafarbener Verpackung anbietet, droht ein Rechtsstreit mit Mondolez, dem Mutterkonzern von Milka-Schokoladen, wie das Branchenmagazin Lebensmittel Praxis berichtet. Denn Mondolez besitzt in Europa die Markenrechte für die charakteristische Milka-Farbe  und achtet sehr darauf, ob sie auch von anderen Unternehmen verwendet wird. Man sei sich zwar uneinig darüber, ob die Farbe dieselbe ist, heißt es im Hause Primal Pantry, als kleines  Unternehmen könne man es sich aber nicht leisten, einen teuren Rechtsstreit mit dem Mondolez-Konzern auszufechten..

Das Fleisch an den Frischtheken von Supermärkten stammt oft nicht aus artgerechter Tierhaltung. Das berichtet der RBB in seinem Verbrauchermagazin Super.Markt Bereits im vergangenen Jahr war ermittelt worden, dass fast 70 Prozent des dort verkauften Fleisches aus der niedrigsten Haltungsstufe Eins stammte und weitere 23 Prozent aus der Haltungsstufe Zwei. Auch in diesem Jahr habe man festgestellt, bestätigte Stephanie Töwe-Rimkeit von Greenpeace im RBB, dass sehr häufig nur Fleisch der Haltungsform Eins oder der Haltungsform Zwei an der Theke angeboten wird. Das stehe in krassem Gegensatz zu den Erwartungen vieler Verbraucher, die absichtlich an Frischtheken einkaufen, um so ihren Beitrag zu Müllvermeidung und zum Tierwohl zu leisten. Anders als bei Tiefkühlkost würde auch die Haltungsform nirgends vermerkt.

So manche Fischerei hätte das blaue Fischsiegel Marine Stewardship Council (MSC), das die Nachhaltigkeit des Fangs zertifiziert und im Einzelhandel Produkte auszeichnet, gar nicht bekommen dürfen. Die Umweltorganisation World Wide Fund (WWF) spürte weltweit Fischereien auf, die das Siegel tragen, aber nicht seine Kriterien erfüllten. Für das Siegel bezahle der Kunde aber im Supermarkt, da es eine Gebühr aus dem Einzelhandel von 0,5 Prozent auf den Einkaufspreis erhebe. 

Wie die digitalen Pioniere von t3n erfahren haben, entwickelt Amazon offenbar einen smarten Kühlschrank, der das Inventar und die Kaufgewohnheiten überwacht, um vorausschauend Bestellungen aufgeben zu können. Damit die Milch bereits geliefert wird, bevor man merkt, dass sie zur Neige gegangen ist. Außerdem, berichtet der Business Insider, behalte der Kühlschrank die Verfallsdaten im Auge und soll auf der Basis seines Inhalts Rezepte vorschlagen können.

Mit der Entwicklung ist jene Abteilung betraut, die auch die Hightech-Supermärkte „Amazon Go“ entwickelt hat. Im Gegensatz zu Samsung und LG, die ebenfalls smarte Kühlschränke anbieten, kann sie auf das Identifikationssystem für die Amazon-Go-Shops (Foto) und ihre Einkaufswagen zurückgreifen . 

Ins Gerede gekommen ist der Lieferdienst Gorillas. Allerdings nicht wegen seiner Service-Leistungen, sondern wegen seiner Arbeitsbedingungen, des Streiks von Fahrern und der Kündigung von Betriebsratskandidaten. Welt erinnert daran, dass der Gorillas-Chef Kagan Sümer noch im Sommer seinen Mitarbeitern versprochen hatte, sie niemals zu feuern, weil sie streikten: „Ich mag, dass ihr für eure Rechte kämpft.“

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